von Markus Brogle
Wir haben nun die letzten Tage alle viel in unserer Blase darüber gelesen und gehört. Ihr kennt mich. Ich schreibe hier nicht ab, was klügere Köpfe irgendwo anders gepostet haben. Im gemeinsamen Brainstorming mit meinem Sohn kommen wir nun auf diesen Schluss, der so nirgends zu lesen und zu hören ist.
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Irgendwann hat es ja jeder kapiert. Eine Story ist nur so lange interessant bis eine noch interessantere vorbeikommt. Dieses Moment machte sich die Ampel in den letzten Tagen perfekt zu Nutze.
Ich sage es ja immer wieder: die sind nicht dumm. Wer das behauptet ist es selbst.
Die Bauernproteste waren ja von langer Hand angekündigt. Jeder wusste schon um Weihnachten, dass es am 8. Januar losgehen würde. Auch wusste die Politik, dass sie Mitte November einen Richterspruch aus Karlsruhe zu erwarten hatte. Der kluge Mann baut vor und so hatte man auch einen Plan B in der Tasche, falls das Gericht einen negativen Bescheid herausgibt.
Diesen Plan B zeichnen wir nun nach.
Dass Karlsruhe die 60 Mrd. Kreditlinien zusammenstreicht, ist Teil des Plan B. Woher nehmen? Zumindest zum Teil auch von den Bauern.
So schnell zaubert man das nicht aus dem Hut. Das war schon vorher beschlossene Sache. Das hätte man im Übrigen auch ohne den Karlsruher Richterspruch irgendwann in dieser Legislaturperiode gebracht. Da bin ich mir ganz sicher. Handelt es sich ja bei den Geldern, so die verblendeten Akteure, um klimaschädliche Subventionen, die weg müssen. Außerdem sind die Bauern der Regierung sowieso ein Dorn im Auge, da es kleine selbstständig arbeitende Betriebe sind, die man nicht 24/7 kontrollieren kann. Deshalb hat man über Jahrzehnte so viele Knebel in die Landwirtschaft eingebaut, dass diese sich nun, viel zu spät, über Planungsunsicherheit beklagt.
Das wäre ein eigenes Thema, dass meine Argumentationslinie hier nur durcheinander bringen würde. Nur so viel: für einen Unternehmer gab es noch nie Planungssicherheit. Das ist das Wesen des Unternehmertums. Sich darüber zu beklagen zeugt von ausgeprägter, aber durch die vielen Subventionen auch anerzogener Naivität. Die einzige Planungssicherheit, die ein Unternehmer hat, ist seine eigene Willens- und Schaffenskraft sowie seine Risikobereitschaft. Alles andere ist immer im Fluss. Zeigt mir ein Unternehmen in der Größe eines landwirtschaftlichen Betriebes, das noch so aussieht und wirtschaftet wie vor 20 Jahren. Das gibt es nicht.
Zurück zum Thema
Die Regierung war sich sicher, dass dies eine Welle von Protesten lostreten wird und hat dafür gesorgt, dass diese Proteste zwar stattfinden können sollen, aber dann auch mal wieder ein Ende finden müssen. Die Transformation der Gesellschaft, so die ideologische Verblendung der Ampel, muss aber unbedingt in den noch verbleibenden 2 Jahren der Legislatur mindestens so weit gebracht werden, dass sie auch für spätere (andere) Regierungen nicht mehr so einfach umkehrbar ist. Man hat dann die Reihen geschlossen und sich, zumindest innerhalb des Kabinettes, klar darauf eingeschworen, dass man erst 3 Schritte vor und dann einen zurück geht, und damit diese Subvention ein für allemal beerdigen wird. Komme was wolle.
Gleichzeitig wächst der Regierung und dem Haltungsbürger ein anderes Problem so langsam über den Kopf: das stetige Wachstum der AfD. Insa-Sonntagsfrage von gestern (also Mitten im Schlammassel): wieder ein Prozentpunkt mehr.
Kommen wir also zur Wannseekonferenz 2.0.
Die Regierung war im Vorfeld bestens informiert. Sie hat das Recherchenetzwerk Correctiv, das sie ja zum Teil mitfinanziert, auf dieses Treffen angesetzt. Dieses hat sich bestens vorbereitet und mehrere Überwachungskameras und Richtmikrofone installiert.
Was haben diese Mikrofone aufgenommen? Nirgends ist ein Mitschnitt zu hören oder zu bekommen. Es muss einen geben. Wie sonst hätte das Berliner Ensemble, just wenige Tage nach dem Platzen der Bombe, ein bestens einstudiertes Werk aufführen können mit Zitaten von auf der Konferenz gehaltenen Vorträgen, die – so Teilnehmer der Konferenz – erstaunlich richtig wiedergegeben sind (natürlich nicht ohne gekonnt eingewobene Überzeichnungen zur weiteren Dramatisierung). So behaupten Teilnehmer – vielleicht auch zu deren eigenen Schutz (so viel Wahrheitsliebe muss gestattet sein)- dass das Wort Deportation niemals gefallen sein, im Stück des Berliner Ensembles aber ständig rezitiert wird. Quelle meiner Informationen hier.
Wer die Musik bezahlt bestimmt auch wann sie spielt.
So fügt sich eins zum Anderen. Jetzt ist es genug mit den Bauern, lass uns das abstellen. Wir bekommen damit in kürzester Zeit hunderttausende Bürger auf die Straße und können damit die Reihen hinter uns wieder schließen. Sie werden uns dann zwar immer noch nicht lieben, unserer Projekte immer noch für Hirngespinste halten, aber wenigstens versammeln sich alle von links bis halblinks (also von ganz links bis zur CDU) gegenüber dem einzig echten Feind: der AfD.
Jetzt habe ich auch den Auftritt von Lindner vor den Bauern verstanden. Er wusste eiskalt, dass er noch zwei Tage lang hart bleiben muss – dann ist es durchgestanden.
Man muss schon sagen, die Linken sind einfach kampagnenfähig – Respekt.
Franz Beckenbauer
Und dann stirbt zum Glück auch noch Franz Beckenbauer – die Lichtgestalt. Endlich gibt es eine Veranstaltung auf der sich die Größen der Gesellschaft mal wieder zeigen und ein paar salbungsvolle Worte sprechen können, ohne sofort ausgepfiffen zu werden.
Hollywood – wo bist Du?
Ist das nun eine Verschwörungstheorie? Ich finde, dass sich diese Romanvorlage logisch anhört. Das muss irgendwann verfilmt werden. Wer kennt den Film WAG THE DOG? Noch Fragen? (coole Filmmusik, nebenbei bemerkt)
Dumm nur, wie so viele andere Versuche, verfängt auch dieser nicht. In ein, zwei Wochen ist auch diese Sau zu genüge durchs Dorf getrieben und die Deutschen werden schnell wieder in die Realität zurück gestoßen werden.
Wie groß ist eigentlich die Kugel Eis, die uns die Energiewende laut Jürgen Trittin pro Monat kosten soll? So groß wie ein Fußball, ein Kürbis oder doch eher wie ein Heißluftballon?
Lasst Euch nicht länger verarschen!
Deutschland hat 315 Millionen Euro für Radwege und Busse in Peru investiert. Svenja Schulze, Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, sagte darauf: Jede eingesparte Tonne CO2 zählt.
Wenn Linke (in ihrem Fall SPD) anfangen zu rechnen, wird es gefährlich.
Hier eine kleine Milchmädchenrechnung. Mein Auto produziert auf einem Kilometer 200 Gramm CO2. Das Macht bei 70.000 km im Jahr (ja, die Zahl stimmt – bin im Außendienst) 14 Tonnen CO2. Wenn mir also das Ministerium für innere Entwicklung (muss noch geschaffen werden) 14 mal 315 Millionen Euro gibt, verspreche ich hoch und heilig, meinen CO2-Fussabdruck per sofort und für immer auf 0 zu drücken.
Und die Bauern?
Joachim Rukwied, Bauernpräsident, genauso Systemhörig wie alle Verbandspräsidenten, hatte nun in einem Statement am Freitag einen Anfall von Größenwahn: Wir werden so lange weiter protestieren, bis unsere Forderungen erfüllt sind. Vergiss es! Du hast zu lange mitgespielt – dich nimmt niemand mehr ernst.
Bild von Sophia Martin auf Pixabay (Trauerflor hinzugefügt MB)


Eine Antwort zu “Wannseekonferenz? Verschwörungstheorie 2.0”
Kommentar von Hartmut Amann via Telegram:
Gestern, in der Nacht, am Lagerfeuer, war die Welt noch i. O.. Verschwörungspraktiker in großer Zahl tanzten drumrum und freuten sich ihres Lebens. Volltrunken und siegessicher schlief ich danach ein. Jetzt, Sonntagmorgen, lese ich
DER BEWAHRER – Wannseekonferenz? Verschwörungstheorie 2.0.
Und die Siegesgewißheit ist dahin. Schade, eigentlich. Wär doch so schön gewesen. Mensch Mayer, wollt sagen, Brogle, Markus, was bist Du für ein Spielverderber. Ik liebe Dir. Kurzum: Ein sauguter Artikel, den Du da abgeliefert hast. Ein echter Brogle. Neid und Bewunderung kämpfen einen hoffnungslosen Kampf. Ich glaub, ich muss spazieren gehen. Das geniale an Deiner Aufklärung ist ja, dass Du so ganz nebenbei eine kleine Lektion über das Wesen einer freien Marktwirtschaft erteilst, was meine mehr oder weniger links gestrickten Freunde so bitternötig haben. Ach, DAS LEBEN IST SCHÖN. Trotz allem. Gell?