von Markus Brogle
Um meinen Blog ist es in letzter Zeit ruhiger geworden. Das hat mehrere Gründe. Zunächst bin ich momentan vollauf damit beschäftigt, dem deutschen Staat Steuern zu erwirtschaften, damit er mit diesen- wie immer – völlig falsch umgeht. Dazu im Fazit dieses Textes mehr.
Außerdem war die politisch / gesellschaftliche Gemengelage der letzten Monate nicht dazu geeignet, mich hinreichend zu echauffieren. Die Zuwanderungsdebatte nimmt ja nun die korrekte Fahrt auf. Da muss die AfD nichts mehr beisteuern, außer weiterhin in den Umfragezahlen zu steigen. Das übt genügend Druck aus, um deren politischen Forderungen bei den Altparteien auf die Tagesordnung zu bringen.
Machen wir uns nichts vor, in Amt und Würden kommt die AfD auf Bundesebene die nächsten Jahre so und so nicht. Wozu auch. Aus der Opposition heraus lässt es sich wesentlich gemütlicher und auch unverantwortlicher Stänkern – trotzdem werden deren politischen Vorhaben aufgenommen und, wenn auch meist falsch oder in falschem Maße, nun umgesetzt.
Das Treffen zwischen Scholz, Merz und zwei Landesvätern im Kanzleramt vom vergangenen Freitag wird das Übrige tun, um die Ampel schon bald zu begraben. Ich denke an Weihnachten oder kurz danach werden wir wieder eine große Koalition haben.
Das nur ein kurzer Abriss über meine momentane politische Gemütslage. Nun aber zum wieder aufgeflammten
Nahostkonflikt.
Gleich vorweg, ich habe dazu keine Meinung und keinen Lösungsvorschlag. Aber ausschließlich nur mir fällt ein Elefant im Raum auf. Vielleicht anderen auch – aber niemand kann oder will ihn ins Wort bringen:
Der Mossad
Der israelische Auslandsgeheimdienst Mossad (vergleichbar mit der CIA oder unserem Bundesnachrichtendienst) ist der mit weitem Abstand bestvernetzte und professionellste Geheimdienst der Welt. Unzählige Beispiele künden davon, dass es zuerst der Mossad war, der von Bedrohungen wusste und dann die anderen befreundeten Dienste bis hin zur CIA informierte. Israel als ständig in Frage gestellter Staat braucht so etwas logischerweise.
Und da will man uns weiß machen, dass Israel vom Angriff der Hamas nichts wusste? Eine solche professionell vorbereitete Aktion kann nicht unter dem Radar vom Mossad stattfinden. Unmöglich. Falls doch, müssen dort Köpfe rollen.
Wenn er aber etwas wusste, muss die Frage erlaubt sein, warum man das alles seelenruhig geschehen ließ.
Kalkül?
Nun, es wurde ein Kibbuz angegriffen. In solchen Kibbuzim sind sehr häufig junge Menschen auch aus dem befreundeten Ausland tätig.
Für mich ergibt sich daraus nur eine Logik: die Zahl der Opfer war dem Mossad und damit der israelischen Staatsführung vollkommen egal. Man nahm diese Opfer in Kauf, um sich dann vor aller Welt als Opfer hinzustellen. Durch die zu erwartenden und dann ja auch eingetretenen Todesfälle auch vieler ausländischer, westlicher Personen steigt damit auch die Empörung derer Heimatnationen gleich mit an. Mit allen sattsam bekannten und seit Jahrzehnten immer wieder durchgekauten Folgen. Solidaritätsbekundungen von den üblichen Seiten nebst kräftiger militärischer Unterstützung, um die verhassten Araber wieder zurückdrängen zu können. Der Automatismus ist doch immer derselbe. Deutschland mit seiner historischen Schuld, darf da natürlich nicht zurückstehen. Für mich ein eiskaltes Kalkül.
Gleichzeitig huldigt die öffentliche Meinung in Deutschland spätestens seit dem Spruch von Altbundespräsident Wulff dem Islam. Wer von den sich aktuell in Amt und Würden Befindenden hatte in seiner Jugend keinen Arafat-Schal an? In meinem Jahrgang liefen damit ungezählte Teenager rum. Das war seinerzeit für die Dummen ein modisches Accessoire und bei den politisch interessierten nicht eine Solidaritätsbekundung zu den Palästinensern sondern ein Ausdruck der persönlichen Zugehörigkeit zur antiimperialistischen Strömung innerhalb des politisch linken Lagers und der alternativen Szene.
Die gleichen Leute müssen nun heute unter Zuhilfenahme von schärfsten polizeilichen Mitteln Pro-Palästinenser-Demos niederschlagen – wie am Samstag in Düsseldorf und Frankfurt geschehen.
Die Formulierung des Deutschlandfunksprechers neulich brachte die tiefe Verzweiflung auf den Punkt: was, um Gottes Willen, soll Deutschland in einer solchen Situation nur tun? Ich weiß es – das aber erst zum Schluss.
Israel – ein Volk ohne Boden
Adam wurde aus dem Paradies vertrieben. Also schon die frühesten Vorfahren des jüdischen Volkes sind laut deren eigener Überlieferung grundsätzlich und nahezu immer ein Volk ohne eigenen Boden. Dürren zwangen dann die verbliebenen 11 Söhne und ihren Vater Jakob zur Flucht nach Ägypten, wo der 12. Bruder Josef Herr über das Haus das Pharao geworden war (eine unglaublich berührende Geschichte – youtube ist voll mit Verfilmungen des Lebens des Josef – bitte gerne nochmal ins Gedächtnis hervorrufen).
Moses hatte dann später das Volk Israel (das aus den 12 Stämmen der 12 Söhne Jakobs hervorging) aus der ägyptischen Gefangenschaft befreit. Danach irrte das Volk 40 Jahre durch die Wüste um dann im Land anzukommen, in dem Milch und Honig fließt. Das alles floss dort aber nicht seit Urzeiten von selbst. Natürlich mussten sie mit kriegerischen Mitteln die bereits Ansässigen vertreiben. Dies ist kein Vorwurf – dieses Geschehen fand und findet bis heute unter allen Völkern in gleicher Form statt: dem Krieg.
Danach wird es um die territoriale Integrität Israels stiller, aber wie wir alle wissen, gab es das babylonische Exil und zur Zeit Jesu die Besatzung der Römer.
Nach den Gräueln des 2. Weltkrieges wuchs die internationale Unterstützung für die zionistische Bewegung. Großbritannien kündigte an, sich aus dem britischen Mandatsgebiet zurückziehen zu wollen. Die UN-Generalversammlung beschloss am 29. November 1947 die Teilung Palästinas in einen arabischen und einen jüdischen Staat, wobei Jerusalem als „Corpus separatum“ unter UN-Verwaltung stehen sollte. Der Beschluss wurde von den meisten Juden in Palästina akzeptiert, von den meisten Arabern jedoch abgelehnt. So verlas David Ben Gurion am 14. Mai 1948 die israelische Unabhängigkeitserklärung. Noch in der Gründungsnacht erklärten Ägypten, Saudi-Arabien, Jordanien, Libanon, Irak und Syrien dem jungen Staat den Krieg. Das nur die Kurzfassung der Staatsgründung Israels.
Das Hammer-Problem
In der Wissenschaft hat man erkannt, dass mit den eigenen wissenschaftlichen Methoden nicht jedes Phänomen korrekt untersucht werden kann. Man spricht vom Hammer-Problem. Aus der Sicht eines Hammers ist alles andere ein Nagel.
Wenn man Probleme zwischen Völkern immer nur mit terroristischen oder kriegerischen Aktionen (mit dem Hammer) zu „lösen“ versucht, entsteht hinterher niemals eine für alle Seiten tragbare Lösung, da sich der Gegner ganz sicher nicht als Nagel sieht.
Gleiswechsel
Somit wäre an der Zeit die Thematik auf ein anderes Gleis zu stellen. Nur, mit wem soll man reden? Der Camp-David-Summit im Jahr 2000 hatte ja schon allein deshalb keine Lösung bringen können, weil Arafat zwar vom Westen als der Palästinenserführer anerkannt wurde – aber eben nicht von den Arabern. Wer für dessen Tod verantwortlich ist – wer weiß das schon so genau.
So ist die vom Westen angestrebte Zweistaatenlösung nun wahrscheinlich für immer – aber zumindest innerhalb meiner noch verbleibenden Lebensspanne – vom Tisch.
Anekdote: Mein Bruder und ich waren uns in Kindertagen nicht immer grün, und hin und wieder flogen auch die Fäuste. Meine Mutter klagte ihr Leid ob dieser Situation der Paula, einer weisen, alten Dorfmutter. Paula: „Lass sie sich doch verprügeln – musst Du es schon nicht machen…“
Randbemerkung:
Selenskyj ist der Gelackmeierte. Für die nächste Zeit ist der Ukrainkonflikt abgemeldet. Ich schlage vor, dass sich die dortigen Kontrahenten solange gemeinsam ans wärmende Lagerfeuer setzen, bis die Kameras wieder da sind. Tote ganz ohne Schlagzeilen zu produzieren ist ja noch sinnloser als sonst eh schon.
und was macht Deutschland?
Kommen wir also zur unterwegs aufgeworfenen Frage, was Deutschland nun tun soll. Etwas Sinnvolles beitragen wird es sicher nicht können. Ich glaube für diesen Erkenntnisgewinn brauchte es meinen heutigen Text nicht.
Und da liegt die Schuld ausnahmsweise auch mal nicht bei der Ampel. Aber
die Ampel hat einen Plan
Trotzdem haben sie aber schon einen Plan. Den Plan, den sie immer verfolgen, wenn sie sich nicht zu helfen wissen: Geld aus dem Fenster werfen. Egal wohin – Hauptsache aus dem Fenster.
Bild von lilizaeima auf Pixabay


Eine Antwort zu “Der Elefant im Raum”
Dem zu Bewahrenden
der Erlöser
muss eine innere
Entsprechung haben
Die Menschenwürde
ist universal und absolut