Neue Väter braucht das Land.

von Markus Brogle

Zunächst hier ein Link zu einem Artiel von Monsignore Florian Kolfhaus, der den Zusammenhang zwischen dem kirchlichen Fest Christi Himmelfahrt und dem Vatertag herstellt. Bitte vorab lesen (Lesedauer max. 2 Min.).

Die theologische Betrachtung ist sehr schön. Aber wie so oft endet ein Artikel an der Stelle, an der es erst interessant wird.

Neue Väter braucht das Land.

Schöner Gedanke – aber wie soll das von Statten gehen?

Wir müssen dabei allerdings erst mal das Wort (Familien-)Vater klären. Ich erlaube mir hier eine zu tiefst traditionelle Sichtweise zu propagieren. Ihr kennt Sie alle, das brauche ich hier nicht weiter ausführen. Nur so viel in Stichworten: Er ist das Haupt und der (alleinige finanzielle) Ernährer der Familie.

Das wird zu meinen Lebzeiten nichts mehr, denn an jeder Stelle werden dem Vater Knüppel zwischen die Beine geworfen.

Arbeitsplatz

Wer Vater ist, will seiner Familie ein zu Hause bieten. Im eigenen Haus oder Hof. Hierzu eine kleine Geschichte, die ich schon oft erzählt habe. Der Vater meines Grundschulfreundes war Busfahrer bei der Bahn, dem BahnBus – ja das gab es seinerzeit noch. Er hatte das Geld nach Hause gebracht. Die Mutter war für die Familie, inklusive Oma da. Er bekam von seiner Bank die Finanzierung für ein wirklich stattliches Haus, das dann abbezahlt wurde. Mit dem Einkommen eines Bahnbusfahrers.  Will man dies heute tun, hat man als Alleinverdiener kaum eine Chance. Erstens ist den Banken das Risiko nur eines Gehaltes zu hoch, und gleichzeitig müssten die Gehälter dafür mindestens doppelt so hoch sein, als aktuell anzutreffen.

Stattdessen gibt es ja alles zu mieten oder zu leasen. Die neue Form der Sklaverei.

Im Audiokatechismus der Piusbruderschaft vertritt Pater Schmitt dabei eine nur auf den ersten Blick gewagte These. Er sagt, dass das vorzufindende Lohnniveau, dass es einem Vater unmöglich macht als Alleinverdiener zu handeln, auf die Angleichung der Löhne beiderlei Geschlechts zurückzuführen sei. Dahinter stehe der große Plan, das Kind von der Mutter so früh wie möglich zu entwöhnen, um es  in staatlichen Erziehungsanstalten formen zu können. Das geschieht über die Aufwertung der weiblichen Arbeitskraft im Berufsleben und der Abwertung der Tätigkeit als Hausfrau. Das Geld, was aber in die weibliche Arbeitskraft und deren Lohnsteigerung bis hin zu eqal-pay fließt, fehlt für die längst notwendige Verdoppelung des Einkommens des Mannes. So sind, um ein einigermaßen auskömmliches Leben fristen zu können, zwei Einkommen zwingend notwendig.

Somit ist die gleiche Bezahlung bei gleicher Arbeit eben keine gerechte Sache, da es nicht Sinn und Zweck sein kann, dass die Frau das gleiche Arbeitet, wie der Mann.

Familie

Diese Thematik spielt dann natürlich auch in die Familien hinein. Die aus vernünftigem Grund schon immer klar zugewiesenen Rollen der Mutter und des Vaters können dann natürlicherweise nicht mehr funktionieren. Wer, wie ich, nach 12 Stunden nach Hause kommt, hat keine Lust mehr auf Hausarbeit, selbst wenn ich eigentlich gern koche oder bügle. Ich denke, dass mir da viele zustimmen können: dieses moderne Leben ist im Grunde nur ein dahinvegetieren ohne die Möglichkeit einmal zu Ruhe zu kommen und sich grundsätzliche Gedanken machen zu können. Ein Schelm, wer auch da eine größere Absicht dahinter vermutet.

Wenn wir die Familie noch ein wenig größer betrachten, haben wir in der modernen Zeit ein weiteres Problem. Aus vielerlei Hinsicht wird es den Jugendlichen attraktiv gemacht, die Heimat zu verlassen, und das Glück an anderem Ort zu suchen. So werden die früher üblichen 3- (oder gar 4-) Generationen-Häuser auseinandergerissen, und auch nur ein kurzer Einkauf bei kramkem Kind zu Hause unmöglich gemacht, da niemand da ist, der diese Viertelstunde aufpassen kann. Über abendlichen Vergnügungen brauchen wir sowieso nicht nachdenken. Diese sind spätestens mit der grünen Agenda finanziell sowieso nicht mehr drin.

Kirche

Auch die Vertreter der Mutter Kirche tun sich nicht gerade löblich hervor, wenn es darum geht Familien zu unterstützen. Der Vater mittleren Alters ist der Leistungsträger der Gesellschaft und hat auch in der Kirche keinerlei Schonung verdient. Um alles wird sich gekümmert und für alles wird gebetet, aber für den Familienvater nie. Und das Angebot von Ignatianischen Exerzitien für Väter finde ich zwar toll, aber ich kann mir momentan, und auch die nächsten Jahre keine ganze Woche dafür aus dem Leben reißen.

Wenn wir also „Neue Väter“ wollen, wird das im bestehenden Umfeld nichts werden. Da müssen sich grundsätzliche Dinge verändern. Und zwar an vielen Stellen. Ich denke aber tatsächlich, dass die Zeit dafür reif ist. Schließlich hat mittlerweile jede erdenkliche Minderheit ihren Schutz nun erhalten. Da all diese Minderheiten jetzt in Summe aber in der Mehrheit sind (einfach die Parlamentszusammensetzungen studieren) wird es Zeit, dass sich die Minderheit der anständigen und ihre Standespflicht erfüllenden Familienväter organisiert und ebenso lauthals und empörend ihr Recht einfordert.

Foto von Isaac Quesada auf Unsplash

Eine Antwort zu “Neue Väter braucht das Land.”

  1. OK, damit hat sich die Frage unter dem Wolfsbeitrag erledigt. Muss ich drüber nachdenken. Ich habe halt immer genug verdient, deswegen bin ich da gedanklich nicht drin. Aber equal pay ist schon aus Leistungsgründen nicht immer gerechtfertigt.

Hinterlasse eine Antwort zu kchris08 Antwort abbrechen