Ihr Lieben – es hat geklappt. Ich habe meinen C6. Noch ist er nicht ganz meiner – mein Chef hat mir dankenswerter Weise beim Kauf unter die Arme gegriffen. Das werde ich nun nach und nach ablösen.
Am Tag der Deutschen Einheit habe ich also einen französischen Wagen abgeholt. Das Beschaffen der Kennzeichen war aus der Nachschau unproblematisch aber terminlich doch mit heißer Nadel gestrickt. Es hat aber alles wunderbar geklappt.
Zu den Kennzeichen weiter unten noch mehr.
Recht früh angekommen haben wir nicht lange gefackelt, Kennzeichen dran – nochmals höflich bedankt – und los. Auf zur nächsten Tankstelle. Erstmal tanken und Luft in die Reifen.
Und da ging es schon los. Eine Ventilkappe lies sich nicht abnehmen. Keine Chance. Einfach gar nicht. Schlau wie ich bin, hatte ich meinen Werkzeugkasten mitgenommen – man weiß ja nie. Also Zange angesetzt – und Knack: Ventil abgerissen. Zumindest der letzte Zentimter der Ventilführung. Reifen platt. Toll. Der Ventileinsatz lies sich aber wieder einsetzen. Also Luft drauf und das abgerissene Teil mit Tesafilm an der Felge im Kreuzgang verklebt. Hielt am Ende 600 km weit.
Irgendwie hatte das auch sein Gutes, denn so war ich gezwungen eine wenig sachte zu fahren. Kann nach fast 8 Jahren Standzeit auch nichts schaden.
Mir war und ist bewusst, dass der Wagen 18 Jahre alt ist und daher kein Neuwagen sein kann. Schon in einem vorigen Bericht hatte ich ja geschrieben, dass gebrauchte Autos – zumal C6 – alle irgendeine Macke haben werden. Da kann man auch den Günstigerten nehmen, denn irgendwas repariert werden muss sowieso.
Wir mussten dann noch einen Umweg über Frankfurt nehmen, da eine Freundin meiner Frau sich aktuell in größter Not befindet und wir Beistand leisten mussten.
Irgendwann spät kamen wir dann zu Hause an und alle waren von den vielen Eindrücken totmüde. Nur einer nicht: ich.
Also nochmals runter in die Garage. Ganz alleine. Nur ich und der C6. Den Wagen ein bisschen streicheln. Reinsetzen. Das Leder riechen. Den verchromten Wählhebel bewundern.
Irgendwann wandert dann der Zündschlüssel von ganz allein in das Zündschloss. Rumdrehen und der 6-Zylinder-Diesel erwacht zum Leben. Bei jeder Drehzahl signalisiert er Dir: ich will. Das ist etwas ganz anderes als ein 4-Zylinder. Mit wenigen Ausnahmen spürt man dort immer ‚ach lass mich doch in Ruhe!‘ ‚sind wir bald da?‘ ‚Ich habe keine Lust mehr.‘
Also doch noch mal aus der Tiefgarage raus und noch ein wenig cruisen. Daraus wurde eine ausgedehnte Kaiserstuhlrunde mit Kurvenlicht und allem. Himmlisch!
Am Freitag dann erstmal telefonieren. Wer kann mir auf die Schnelle (in der Reifenwechselsaison) mit meinem Reifenproblem helfen? Der dritte Reifendienst hatte Lust. ‚Bring das Rad vorbei, das klemmen wir irgendwo dazwischen.‘
Also erstmal zu OBI ein Radkreuz kaufen und auf dem dort ebenen Parkplatz bei ausreichenden Lichtverhältnissen das Notrad drauf.

Putzen und hin zum Reifenfuzzi. Die waren an dem Tag gut drauf. Alles ging reibungslos und schnell. Endlich steht er auf 4 gesunden Socken. Beim Fahren über kurze Stösse und hektischem Bremseinsatz bemerkte ich aber schon zuvor, dass vorn rechts die Koppel- und Spurstangen ausgeschlagen sein müssen. Das hat der Reifenfuzzi dann auch bestätigt und wir haben gleich einen Termin zum Auswechseln dieser wichtigen Traggelenke gemacht. Das wird jetzt am Donnerstag sein. Frisches Öl bekommnt er dann auch gleich. Vorne habe ich das Kennzeichen direkt am Auto montiert (ohne Kennzeichenhalter), da ich diese 4 cm für den Böschungswinkel wirklich brauche (Tiefgarageneinfahrt).

Außer der Klimaanlage, die augenscheinlich nicht kühlt, ist mir sonst nichts weiter aufgefallen – nach nunmehr 1.000 km.
Und es ist wie immer: ich habe bei bisher allen Gebrauchten die Koppelstangen und Klimaanlage einmal machen müssen. Ich weiß nicht wie die Leute umherfahren. Aber niedrige Bordsteine (der Killer für Koppelstangen und Spurstangenköpfe) muss man doch nun wirklich nicht mit maximaler Brutalität überfahren.
Bestandsaufnahme:
Wir haben von privat einen gebrauchten CITROËN C6 2,7hdi exclusive in Fulminatorgrau für EUR 4.000 gekauft. Er steht auf originalen 17“-Roccastrada-Felgen mit Winterreifen aus 2022. Kilometerstand bei Abholung: 228.900. Es fehlt kein Teil, weder technisch noch optisch. Die Karosse hat zwar die vielen kleinen Krätzerchen von Waschanlagen aber nicht einen einzigen Parkrempler. Die Ledersitze sehen bis auf den Fahrersitz aus wie neu und jener auch nicht wirklich schlimm. Nach 2 Tagen Putzen innen und außen hatten ihn gestern bei der Autosegnung alle für ein fast neues Auto gehalten. Dabei ist er noch gar nicht poliert.
Bisher investiert: Sprit, eine Wagenwäsche außen, alle denkbaren Reinigungsmittel, neue Fussmatten, 4x 18“ Roccastrada-Felgen von mehreren Quellen. Die trudeln nach und nach ein. Ein CITROËN-Schriftzug für die Heckklappe, da mir das ‚N‘ in der Waschanlage abgefallen ist und die Herren es dort natürlich nicht finden. Weiters die Ventilreparatur an einem Rad. Die verkratzte Schale hinter dem Wählhebel habe ich mit DC-Fix Velours verkleidet. Der Verbrauch liegt bisher bei 8,6 Litern. Mal sehen, wie weit ich ihn noch runter bekomme. Eine 7 vor dem Komma wäre schön.
Die Buben durften beide schon jeweils eine Runde damit drehen und gestern sind wir damit auf den Hochblauen gefahren. Eigentlich wollten wir ein paar schöne Fotos machen, aber so richtig gut war das Wetter seit Übernahme leider nie – so auch gestern.
Kommt alles noch. Für die beiden Espace haben wir auf youtube vor einem Jahr ein Video veröffentlicht – so was in der Art soll es als kleine Videoreihe dann auch vom C6 geben.
Da steht er und wartet auf neue Abenteuer.

Meine Tochter reagierte auf dieses Bild: Er macht Pause. Er muss auch erst auf die neuen Eindrücke klar kommen.
Bei mir wird er es gut haben – versprochen! Möge er uns allzeit gut durch die Lande schaukeln.

