von Markus Brogle
Auch dem interessierten politischen Beobachter fehlt so langsam das Verständnis für die Zusammenhänge.
Die großpolitische Wetterlage scheint sich ein wenig zu beruhigen. Die Kriegstreiber haben sich alle auf Marie-Agnes Strack-Zimmermann als deren Frontfrau kondensiert. Zu Corona beginnt langsam die Aufarbeitung. Langsam zwar, aber wie es immer mehr scheint unaufhaltsam. Heute Morgen war im Kontrafunk-Interview der Jurist und Stadtrat von Kaufbeuren Dr. Thomas Jahn (CSU) zu hören. Er ist der Landessprecher der CSU-Vereinigung Konservativer Aufbruch – sozusagen der rechte Flügel der CSU. Was soll das denn sein? Herrlich!
Er grenzt sich massiv von der CSU-eigenen Coronapolitik ab, die ja zur heftigsten im ganzen Bundesgebiet zählte. Wer hätte das gedacht, dass es dort sogar Selbstreinigungskräfte gibt.
Dann die Corona-Files, die das Multipolar-Magazin freigeklagt hatte. Zunächst mit dicken Schwärzungen versehen wurde das RKI nun unmissverständlich dazu aufgefordert, diese Schwärzungen zu entfernen. Das RKI hat dies auch zugesagt, braucht dafür aber noch bis im August diesen Jahres. Also bis nach den Europawahlen. Komisch…
Dann finden sich durch Recherche des Magazins Cicero Datensätze, die sogenannten Habeck-Files, die klar darlegen, dass das Abschalten der drei letzten Atomkraftwerke nichts anderes war, als die Durchsetzung grüner Ideologie und nichts mit Vernunft oder gar wirtschaftlichem Denken zu tun hat. Wer ist gleich nochmal Wirtschaftsminister?
Man muss den Grünen zu Gute halten, dass die Gegnerschaft zur Atomkraft ein grüner Gründungsmythos ist und man daher jede sich bietende Möglichkeit nutzt, dieser verhassten Technologie den Garaus zu machen. Meines Wissens stellen die Grünen aber nicht ganz alleine die Regierung. Oder etwa doch? – wie schon zu Merkels Zeiten, als die Grünen immer unsichtbar und mit absoluter Mehrheit am Kabinettstisch mit saßen.
Dann der Fall Krah. Die Halbwertszeit der Attacken gegen die AfD wird ja immer kürzer. Potsdam hielt sich gute 4 Wochen, der Spionagefall im Büro Krah vielleicht 4 Tage. Der Nächste dann 4 Stunden? Man kann von Krah halten, was man will. 8 Kinder von drei Frauen. Gleichzeitig die Piusbrüder in Finanzfragen beraten. Alles etwas undurchsichtig. In seinem 6 1/2 –stündigen Video bei jung & naiv (das ich in Gänze und in einem Zuge genossen habe) macht er den Eindruck eines sehr reflektierten und argumentativ nicht aufs Glatteis zu bringenden Mannes. Nun zieht ihn die Parteispitze von der Bühnenfront weg und lässt ihn in Donaueschingen beim Wahlkampfauftakt nicht reden. Laut Bekunden von Krah selbst sei er es gewesen, der das einbrachte – wie auch immer. Maximal schlechtes Krisenmanagement, von wem auch immer aber grundsätzlich von der Parteispitze zu verantworten.
Dann der Fall Bystron. Auch der gibt nichts her, was die Republik in den Grundfesten erschüttern könnte. Nirgends werden Beweise für die Anschuldigungen geliefert. Alles nur nebulös.
Dann neulich die Sendung bei Illner, als Chrupalla mal wieder vor dem Öffentlich-Rechtlichen Tribunal saß. Man schaue in das Gesicht der Spiegel-Autorin Amann, mit welcher Selbstgerechtigkeit sie ihren unrecherchierten Artikel Chrupalla an den Kopf wirft. Auf die Frage nach den Beweisen wird sie noch aggressiver – kann aber nichts liefern oder eine Lieferung in Aussicht stellen.
Alles nebulös.
Erste Feststellung: Deutschland erschütternde Medienberichterstattung findet nicht mehr so wie früher vom Spiegel statt sondern vom Cicero und einem bis dato komplett unbekannten Multipolar-Magazin. Selbiges gilt für die restliche mediale Blase. Wann hat das Magazin Monitor zum letzten Mal etwas Kritisches recherchiert? Ganz anders der Kontrafunk, der jeden Tag drei ausführliche Interviews mit Leuten führt, die nicht dem Verdacht ausgesetzt sind, nur Regierungsphrasen abzusondern.
Zweite Feststellung: die AfD wackelt. Momentan ist es zu ruhig. Eine aufmüpfige Opposition braucht schlechte Zeiten, um sich zu profilieren. Jetzt kommt der Sommer. Urlaub, Strand, Eis und wieder etwas leichter bekleidete Damen. Heizen braucht man nicht mehr und auch sonst ist der Deutsche mittlerweile Krisengestählt, dass ihn weder Israel noch die Ukraine noch irgendwie nachhaltig jucken würden.
Auch nutzt sich die Aufregung über die Ampel so langsam ab. Irgendwann gewöhnt man sich an alles. Dann die vielen Umbrüche innerhalb der AfD, die einen an keine gute Zukunft der Partei glauben lassen.
Der Parteitag des baden-württembergischen Landesverbandes in Rottweil im Februar hatte diesbezüglich ein auch an die Öffentlichkeit gedrungenes Ausrufezeichen gesetzt. Nun die katastrophale Krisenbewältigung der Fälle Krah und Bystron. Dann der Versuch, den honorigen Landeschef in Sachsen Urban im Falle eines Wahlerfolges durch Chrupalla zu verdrängen.
Ein Gutes hat das alles. Vielleicht taugt eine verkorkste Europawahl dazu, die Parteiführung ins Wackeln zu bekommen und endlich Freiräume für anständige Protagonisten zu schaffen. Der Zeitstrahl dafür kommt den Anständigen dabei entgegen, da kurz nach der Europawahl der Bundesparteitag mit Neuwahlen zum Bundesvorstand stattfindet. Welch beflügelnde Kräfte dann von Essen aus auf die Landtagswahlen im September ausstrahlen werden, wird man sehen.
Dritte Feststellung: die Außenwirkung scheint momentan extrem positiv zu sein, trotz – oder vielleicht gerade wegen – der ganzen vom woken Establishment provozierten Pseudoskandale rund um die AfD. Die Internetblase an außenstehenden Unterstützern explodiert geradezu. Und meist sind es vernünftig argumentierende Leute. Seien es die unzähligen YouTube-Kanäle wie Oli investiert, Aktien mit Kopf, Basta Berlin, Jack Reveal und viele andere oder der Kontrafunk sowieso. Im Straßenwahlkampf letztes Wochenende waren die Zustimmung und das Wohlwollen fast schon beängstigend. Und selbst die unweit von uns postierten Omas gegen rechts haben mit uns nett geschäkert.
Hä?
Ich kapiere es so langsam nicht mehr. Ich bitte um Aufklärung.
Bild von Arek Socha auf Pixabay

