Wer glaubt noch an die Zukunft? Ich kenne nur einen Menschen: Elon Musk.
Geduld…
Die Intellektualität steht mir im Wege.
Heute war ein besonderer Tag. Meine Eltern beehrten uns mit ihrem Besuch zum Weihnachtsfest. Wie immer ging es hoch her, der Champagner, der Riesling und auch das Bier flossen in Strömen. Herrlich.
Neben staatstragenden, kirchenpolitischen und wirtschaftlichen Themen kam das Gespräch spät (vielleicht zu spät) auf die Elektromobilität und mein Vater fragte mich nach meiner Meinung zur Zukunft dieses Themas. Egal, wie schlau irgendjemand aus meiner Leserschaft ist: hierzu gibt es keine zwei Meinungen. Der Individualverkehr wird per Elektromobilität abgehalten werden. Da beißt die Maus keinen Faden ab. Zu meinem betriebswirtschaftlichen Sicht dazu am Ende des Artikels meine Conclusio.
Das Problem: mein Vater fragte mich nach der Zukunft des Themas und brachte, wie alle (zu wenig reflektierten Leute), den Ist-Zustand als Gegenpart ins Spiel. Hier steht mir meine (vermeintliche) Intellektualität im Wege. Ich hinterstudiere viele Themen, weil ich dessen Grundtiefe erfahren will. Wie ich immer wieder feststellen muss: das will nicht jeder. Damit grenze ich meinen Kreis an Gesprächspartnern ziemlich massiv ein.
Mein Problem.
Dass die Akku-Technologie, die Ladeinfrastruktur und alles andere noch in den Kinderschuhen stecken, brauchen wir hier nicht weiter auszuführen.
Bertha Benz fuhr mit dem Benz-Patentwagen im August 1888 von Mannheim nach Pforzheim und musste zum Nachtanken in der Stadtapotheke in Wiesloch nach 10 Litern Ligroin fragen. Der Apotheker meinte seinerzeit, sie solle doch lieber ein neues Kleid kaufen, statt zu versuchen, die Flecken mit Ligroin herauszubekommen… Es gab also keine Tankstelleninfrastruktur.
Kaiser Wilhelm lässt sich mit dem Satz zitieren, er glaube nicht an die Zukunft des Automobils sondern setze weiterhin auf das Pferd. Genau an dieser Stelle sind wir in der Qualität der Diskussion.
Diesel oder Elektro
Es geht nur und ausschließlich um diese beide Technologien. Benziner sind vorbei – für immer. Diesel wird man auch noch in 100 Jahren bekommen – dafür gibt es zu viele unersetzliche Antriebe (Militär, Sicherheitsinfrastruktur…), die auf Diesel bauen und weiterhin bauen müssen. Siehe die Bahn: an einigen Bahnhöfen stehen alte Dieselloks ständig einsatzbereit, um ICEs aus Tunnels herauszuziehen, sollten diese aus unerklärlichen Gründen dort stecken bleiben.
Wieso Elektro?
Ich habe einen Sommer lang einen youtube-Kanal leer geschaut: Carmaniac. Er ist das argumentative Schwert der Elektroantriebswelt. Der Mann ist gut. Er hat einen kleinen Vertrauensvorschuss, hat er doch zuvor Karriere als Synchronsprecher gemacht – und das ausgerechnet als Synchronstimme des Sympathieträgers Eddie Murphy. Er brachte vor zwei Jahren das Killerargument für alle Verbrennungsmotoren: Bis ich meine 6 Liter Diesel (der typische 100-km-Verbrauch) an der Tankstelle zapfen kann, sind bereits 24 kWh Energieäquivalent in diese 6 Liter Diesel hineingesteckt worden, damit ich sie überhaupt tanken kann. Selbst das schlechteste Elektroauto verbraucht über 100 km keine 24 kWh Energie.
Damit ist für mich die Diskussion zu Ende. Wer das nicht versteht, soll noch mal zu Hans-Wolf Kaczmarczyk nach Eggingen in die Volksschule. Vielleicht glaubt man ihm, wenn man das Argument aus meiner Hand nicht akzeptieren mag.
Nochmal: bevor ich mit dem Diesel überhaupt losfahren kann, wurde so viel Energie in die Ermöglichung des Dieselfahrens gesteckt, wie der Elektroantrieb nur zum Fahren benötigt. Der Energiesummenverbrauch des Diesels ist also mindestens doppelt so hoch, wie der des Elektroantriebes.
Elon Musk hat gleich zwei Dinge erfunden
Der Autist Elon Musk gehört zu den 10 reichsten Männern der Welt. Dazu gehört man nur, wenn man eine echte Vision hat. Seine Vision Anfang des Jahrtausends war klar: das Elektroauto wird nur Erfolg haben, wenn es einen Zusatznutzen bieten wird.
Der Zusatznutzen im Leben des modernen Menschen besteht ausschließlich darin, ein funktionierendes Smartphone in Händen zu halten. Genau deshalb ist ein Tesla ein iPhone auf Rädern.
Gleichzeitig hat er erkannt, dass Elektromotoren, die das Doppelte oder Dreifache an Leistung ermöglichen, kaum teurer sind als der Minimumstandard, wie er bei VW heutzutage verbaut wird. Deshalb beschleunigt ein Tesla Model S mit vier Mann im Innenraum und montierten Winterreifen trotzdem in 2,9 Sekunden von 0 auf 100.
Ihr wollt es vernünftiger? Das billigste Model 3 liegt momentan bei EUR 43.000 (6,1 Sekunden von 0 auf 100), und ist damit einer der günstigsten Neuwagen auf deutschem Boden.
Dualismus iOs gegen Android
Deshalb werden die europäischen Autobauer sterben: sie versuchen Tesla billig zu imitieren. Alles ist ein Abklatsch dessen, was machbar wäre. Billige Imitate kennen wir zu Genüge: wer schon mal ein iPhone in Händen gehalten hat, wird niemals mehr ein Android-Derivat akzeptieren (und bereitwillig 400 Euro für ein gebrauchtes Telefon von Apple ausgeben).
Tesla hat mittlerweile 20 Jahre Vorsprung. Der bleibt auch für die Zukunft (zumindest solange ich noch lebe) uneinholbar. Ja: es ist ein iPhone auf Rädern. Kein billiger Abklatsch à la Android – nein es ist das Original. Alle anderen mögen sich daran abarbeiten: wer einen Tesla fährt, hat ein iPhone auf Rädern. VW-Elektrofahrer arbeiten mit einem Samsung auf Rädern. Eine billige Kopie, die in allem versucht besser zu sein, es aber in keinem einzigen Punkt schafft.
Bis weit in dieses Jahr hinein, war VW nicht in der Lage, Softwareupdates life auf das Fahrzeug zu bringen. Ein jedes Mal war ein zeitaufwändiger Werkstattbesuch von Nöten. Das mag alles sinnvoll zu argumentieren sein, aber es ist halt, wie alles von VW, von gestern. Und das 20 Jahre nach dem Markstart von Tesla.
Fazit
Mein Sohn und ich sind leidenschaftliche Mercedesliebhaber. Das letzte Wort hat zwei Bestandteile: Mercedes & Liebhaber.
Habt Ihr in Eurem Leben schon mal irgendwas gekauft? Egal was – einfach irgendwas?
Mit jedem Satz, den Ihr sagt, reitet Ihr Euch tiefer in das finanzielle Schlamassel.
Beispiel:
1. Ich hätte gern ein Auto. (100 Euro, nicht fahrbereiter Twingo aus Kasachstan)
2. Suchbereich 100 km Umkreis. (400 Euro, nicht fahrbereiter Fiat Tipo 1,2)
3. TÜV neu. (1.500 Euro – abgehalfteter Golf 3, 75 PS)
4. Diesel. (2.500 Euro – Citroen Xsara)
5. Mercedes. (4.500 Euro – C-Klasse W 202)
6. W124. (8.500 Euro – Vormopf, der gerade so durch den TÜV kommt)
Das, was man will: Mercedes W 124, 250 Saugdiesel mit Automatik, Modellpflege 1, ein bisschen nett: 12.500 Euro.
Auf was will ich hinaus?
Mit jedem Satz, ja jeder kleinsten Bemerkung einem Einzelhändler gegenüber, wird das Produkt, um das es am Ende geht, teurer. Die Kunst besteht darin, aus der Vielfalt der Angebote, irgendwann die Perle heraus zu fischen.
Das haben wir getan und einen 124er Mercedes für deutlich unter 2.000 Euro gekauft. TÜV neu mit H-Kennzeichen und allem Zipp & Zapp. Geil!
Einziges Manko: es ist ein Vergaser-Benziner. Den hübschen wir noch ein bisschen auf und werden ihn so verkaufen, dass wir uns einen 250D in ordentlichem Zustand kaufen können.
Hä?
Der ganze Bericht ist ein einziger Lobgesang auf die Elektromobilität à la Tesla. Und jetzt wollt Ihr mit einem 40 Jahre alten Diesel herumfahren?
Hier sind wir nun wieder beim intellektuellen Problem, dass Eingangs besprochen wurde. Der Lobgesang ist auf die Zukunft der Mobilität. Momentan, und als Privatperson muss man betriebswirtschaftlich und nicht volkswirtschaftlich denken, ist der Kauf eines Elektromobils niemandem zu empfehlen. Nach drei Jahren sind die Dinger schlicht wertlos.
Mögen die Early-Adopter ihr Geld verbrennen. Ich habe dafür leider kein Spielgeld übrig. Diesel wird es immer geben. Deshalb werden wir ein 40 Jahre altes Taxi kaufen: wir kaufen einen Mercedes W124 250 Diesel.
Kommen wir endlich zur Politik
dem Gründungsmythos dieses Blogs. Das H-Kennzeichen ist inhaltlich exakt so labil, wie der Agrardiesel. Wenn es den bildungsbefreiten Taugenichtsen in Berlin einfällt, dass da auch noch Geld zur Reparatur des verfassungswidrigen Haushaltes herauszuholen sei, sind wir die Gelackmeierten.
Welche Partei steht unter Beobachtung des Verfassungsschutzes? Antwort: AfD.
Wer hat mit seinem Haushaltskonstrukt die Verfassung gebrochen? Antwort: SPD, F.D.P. & Bündnis90-die Grünen.
Wer seine Stimme seinerzeit einer der Ampelparteien gab und immer noch versucht Rechtfertigungen für diese moralische Verfehlung zu finden, möge mich, um es mit Götz von Berlichingen (Goethe) auszudrücken, im Arsche lecken.
Bild von Anastas Mateev bei unsplash.

